Borcherts Drama dreht sich um den Kriegsveteranen Beckmann, der nach seiner Heimkehr aus der sibirischen Kriegsgefangenschaft nicht mehr in die Zivilgesellschaft zurückfinden kann. All seine Versuche, wieder Fuß zu fassen, sind fruchtlos, sein Zuhause gibt es nicht mehr und seine Mitmenschen bleiben ihm fremd, seine Fragen zur Verantwortung und Moral ungehört.
Selbst die Elbe weist ihn zurück, als er sich zu ertränken versucht.
"Draußen vor der Tür" ist das zentrale Werk der sogenannten "Trümmerliteratur" nach 1945 und erfuhr bei seiner Erstausstrahlung als Hörspiel 1947 unmittelbar eine große Resonanz beim Publikum.
Schon mit dem Titel "Draußen vor der Tür" ist die Situation gegeben, aus welcher der Heimkehrer Beckmann vergeblich herauszugelangen versucht.
"Er war lange weg, der Mann. Sehr lange. Vielleicht zu lange. Und der kommt ganz anders wieder als er wegging. Äußerlich ist er ein naher Verwandter jener Gebilde, die auf den Feldern stehen, um die Vögel und abends manchmal auch die Menschen zu erschrecken. Innerlich – auch."
Albert Camus
Aber nicht diese Tatsache scheint Borchert zu dem schon zitierten Untertitel veranlasst zu haben, sondern die Einsicht, dass die Wahrheit "das Publikum böse" macht, und ihm deshalb von geschäftstüchtigen Theaterdirektoren nicht vorgesetzt werden kann. Und als herausfordernd wahr ist die Haltung der Menschen gegenüber Beckmann anzusehen, die es ihm unmöglich macht, neu zu beginnen.
Anatole France
Besetzung
Beckmann | Einer von denen |
Peter AUSTIN-BRENTNALL |
Kabarettdirektor | Ein Mädchen |
Melanie MUSSNER |
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Regie & Bühne | Johannes NEUBERT |